Armut in Österreich

Weihnachtsaktion für Exit7

Arm und Reich in ÖsterReich: Weihnachtsaktion der 3G und 3MA des Gymnasium Hallein für das „Exit 7“ in Salzburg

Zwei Klassen des Gymnasium Hallein besuchten vor Weihnachten die Jugendnotschlafstelle und brachten kleine Geschenke für die BewohnerInnen mit. Danke für euer Engagement und die Schilderung eurer Eindrücke.

Die Zahl der Menschen, die laut geltender Definition an bzw. bereits unter der Armutsgrenze in Österreich leben müssen, steigt immer weiter an, obwohl Österreich zu den reichsten Ländern der Welt gezählt wird. Es gibt aber auch in Salzburg versteckte Armut. Menschen, die nur einmal am Tag eine Mahlzeit essen können, Familien, die ihre Kinder nicht fördern können. Besonders Kinder und Jugendliche leiden dramatisch unter der Armut und den damit verbundenen Folgen.

Im Rahmen der ersten vernetzten Einheit „Österreich“ (Vernetzung: Religion & Geographie) besuchten die Klassen 3G und 3MA die Jugendnotschlafstelle Exit 7 der Caritas in Salzburg/Maxglan und überreichten die an einem „langen Nachmittag“ eingepackten Weihnachtspackerl sowie eine Geldspende für die Jugendlichen. Zwei Mitarbeiter der Young Caritas informierten die Schülerinnen und Schüler vor Ort über die Hilfsorganisation Caritas und die Jugendnotschlafstelle Exit 7. Sie berichteten über ihre Arbeit mit den betroffenen Jugendlichen und beantworteten die zahlreich gestellten Fragen der Kinder. 

Mit dem Exit 7 bietet die Caritas in Salzburg Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren eine betreute Übernachtungs- und Grundversorgungsmöglichkeit- (Ess-, Wasch- und Duschmöglichkeit). Auch eine Beratung kann in Anspruch genommen werden. Der Aufenthalt im Exit 7 ist freiwillig und in der Regel auf 14 Übernachtungen je Kalendermonat beschränkt. Jugendliche, die die Jugendnotschlafstelle in Salzburg aufsuchen, stammen aus allen Bevölkerungsschichten und nutzen in ihrer Not diese Einrichtung aus den unterschiedlichsten Gründen. Neben Armut spielt vor allem häusliche Gewalt eine große Rolle. Jüngsten Schätzungen zur Folge leben in der Stadt Salzburg rund 200 Kinder und Jugendliche - zumindest vorübergehend - auf der Straße und haben aus den unterschiedlichsten Gründen keine bzw. nur selten die Möglichkeit zu Hause oder bei Freunden oder Verwandten zu übernachten. Tendenz steigend.

Am Ende konnten die Schülerinnen und Schüler noch die Räumlichkeiten wie Schlafzimmer, Küche, Bad und Aufenthaltsraum besichtigen.

Als wichtige Erkenntnis und Erfahrung dieser Exkursion konnten die Schülerinnen und Schüler mit nach Hause nehmen, dass das Thema (Jugend-)Armut auch in Österreich brandaktuell ist, dass es Jugendliche gibt, die ohne Schulabschluss - verbunden mit geringen Jobaussichten - auf der Straße leben und schlafen müssen und, dass es nicht immer selbstverständlich ist, ein gut behütetes zu Hause und fürsorgliche Eltern zu haben. Auch, dass das Weihnachtsfest nicht für alle Kinder und Jugendliche ein Fest der Freude und der Familie ist, mussten wir erfahren.  

Verfasst von Mag. Raphael Gröbner