Jugendaustausch nach Armenien

"Mich beeindruckt, wie diese Menschen hier trotz solch armen Zuständen immer noch so glücklich und freundlich sind", ist die Rückmeldung von Noomi Konzett über den Jugendaustausch in Armenien. Gemeinsam mit der youngCaritas brachen zehn Jugendliche aus Tirol Anfang April nach Armenien auf, um sich dort mit Jugendlichen über Kultur und Lebensrealitäten auszutauschen, Caritas-Einrichtungen anzusehen und das Land kennen zu lernen. Für viele war es ein unvergessliches Erlebnis, wie die Teilnehmerin Jessica Steiner in ihrem Bericht für den Tiroler Sonntag erzählt:

Unbekannte Welt
 
Gemeinsam mit Josefa Friedel von der youngCaritas haben zehn Jugendliche und drei Erwachsene Caritas-Einrichtungen in Armenien besucht. Im Tiroler Sonntag berichten sie von ihren Erlebnissen.
 
Von Jessica Steiner
 
Mitte März hat es in der Caritaszentrale in Innsbruck ein erstes Kennenlernen der Gruppe gegeben. Wir erfuhren Details über die Reise und über Armenien. Sehr schnell wurde uns klar, dass wir in eine für uns sehr fremde Welt eintauchen werden. Mit zunehmenden Informationen stieg unsere Neugier und gleichzeitig wuchsen wir als Gruppe zusammen. Nach diesen eineinhalb Tagen konnten wir den Start der Reise kaum mehr erwarten.
 
Einblick in ein fremdes Land.
Am 2. April ging es endlich los. Das erste Abenteuer war für einige der erste Flug in ihrem Leben. Die Anreise war lange und anstrengend, wir starteten am Dienstag um 11.30 Uhr in Innsbruck und kamen am Mittwoch um 7 Uhr in der Früh in Gyumri an. Gyumri liegt im Westen von Armenien an der türkischen Grenze. Die Stadt wurde 1988 durch ein Erdbeben nahezu vollständig zerstört. Wir fuhren in unser Hotel und schliefen ein wenig,
am Nachmittag waren wir zu Besuch in der Caritaszentrale in Gyumri, wo uns die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Land
und Geschichte Armeniens erzählten. Bei der anschließenden Stadtrundfahrt zeigten uns allein die unterschiedliche Bauweise der Häuser in Tirol und Armenien die Verschiedenheit der Welten.
 
Begegnung mit Jugendlichen.
Am Donnerstag haben wir armenische Jugendliche kennengelernt und konnten den Alltag einer armenischen Familie erleben. Es gab einen armenischen Abend mit typischem Essen, Erklärungen der Flagge und armenischen Tänzen. Am Freitag reisten wir mit den armenischen Jugendlichen weiter nach Etschmiadsin. Auf dem Weg dorthin besuchten wir
zwei Caritas-Einrichtungen: das Haus Sabine, eine Kinder – und Jugendeinrichtung, und die soziale Tagesstätte „Little Prince“. 
 
Kultureller Austausch.
In Jerewan besuchten wir das Denkmal, das an den Genozid an die Armenier während des ersten Weltkrieges erinnert. Am Samstag blieben wir in Etschmiadsin in unserer Jugendherberge und erarbeiteten Referate und Präsentationen für unsere Schulen zu Hause. Am Abend haben wir dann einen österreichischen Abend gestaltet und unser Essen, unsere Tänze und unsere Bräuche vorgestellt. Die armenischen Jugendlichen hatten an diesem Abend eine Überraschung für uns vorbereitet: Sie versuchten sich für uns im Schuhplatteln. Sonntagvormittag standen die Besichtigung einer Kirche und der Stadt auf dem Programm, am Nachmittag fand die feierliche Überreichung des „Youthpass“ als Bestätigung für die Teilnahme am Jugendaustausches statt. Am Montag um zwei Uhr morgens startete die Rückreise. Es war eine sehr interessante und abwechslungsreiche Reise, die durchaus auch anstrengend war. Wir lernten spannendes und exotisches Essen
kennen, sahen aber auch, unter welch schwierigen Bedingungen Menschen leben müssen.