Jugendliche trafen Zeitzeugen

Jugendliche treffen Zeitzeugen
„Unser Spielzeug waren Tannenzapfen und Holzscheiteln“, erinnert sich die 82-jährige Hermine Koll. „In unserer Kindheit hatten wir wenig, aber wir hatten das Schönste und das Wichtigste: Freiheit. Der ganze Pöstlingberg war unser Spielplatz.“
 
Geschichten aus einer anderen Zeit, einem Leben, das heute unvorstellbar scheint, hörten Jugendliche vom actionPooler der youngCaritas beim Treffen mit Zeitzeuginnen. Die Begegnung der Generationen soll den Jugendlichen die Erfahrungen von den Menschen vermitteln, die zwischen den Kriegen groß geworden sind und den zweiten Weltkrieg am eigenen Leib erlebten. An mehreren Terminen im Jahr haben sie die Möglichkeit zu erfahren, was die Älteren in ihrer Kindheit und Jugend erlebt haben und wie groß die Unterschiede zur heutigen Zeit sind.
Neun Zeitzeuginnen trafen die Jugendliche an einem Nachmittag, alle mit ihrer eigenen Geschichte – während die einen behüteter aufwuchsen, gehen Anna Höhnig die Kriegsbelastungen heute noch ans Herz. Wenn sie von ihrem Vater erzählt, der sich gegen das Nazi-Regime stellte, wird ihre Stimme brüchig. „Meine Schwestern haben gefleht, dass sie meinen Vater nicht mitnehmen“, klagt sie. „Er durfte bei uns bleiben, dafür wurden wir zu härteren Kriegsdiensten verdonnert – wahrscheinlich weil alle wussten, dass mein Vater Widerstand leistete.“
 
Foto: Zeitzeugen
Bildtext: Anna Höhnig erzählt Jugendlichen vom actionPool über ihr Leben im 2. Weltkrieg.