Sozialpraktikum 3.-7.12.2018

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Ich habe mein verpflichtendes einwöchiges Sozialpraktikum in zwei Einrichtungen der Caritas der Erzdiözese Wien absolviert. Dazu bin ich gekommen, indem ich mit der youngCaritas Kontakt aufnahm. Diese Woche war für mich eine sehr positive Erfahrung.

Ich bin Schülerin der 7. Klasse der Privatschule Infinum und hatte mein diesjähriges einwöchiges Sozialpraktikum zu absolvieren. Einen Praktikumsplatz zu bekommen war alles andere als einfach. Nach Ablehnungen bei drei anderen Institutionen, die sich alle darauf beriefen, dass es für sie nicht machbar sei, Praktikanten für nur eine Woche aufzunehmen, war ich sehr glücklich, dass ich bei der youngCaritas genommen wurde.
Frau Hackl, die einen passenden Platz für mich suchte, was ein bisschen dauerte, war stets sehr freundlich, auch als meine Eltern, wiederholt nachfragten, und beantwortete jedes E-Mail sofort.
Ich durfte einen Tag in einer Wärmestube am Stephansplatz verbringen und vier Tage im Haus Daria im 10. Bezirk.
In beiden Einrichtungen wurde ich sehr freundlich aufgenommen.
Allerdings hat es mir in der Wärmestube viel besser gefallen als im Haus Daria. Man hat mir in der Wärmestube ermöglicht, von der ersten Minute an voll mitzuarbeiten. Der Umgang mit den Obdachlosen war eine sehr interessante Erfahrung und es ist toll, wie respektvoll alle Caritas-Mitarbeiter mit den Gästen umgingen. Man gibt diesen Obdachlosen ein Stück Würde, indem sie bedient werden wie in einem Restaurant.
Ich wäre furchtbar gerne die ganze Woche dort geblieben.
Im Haus Daria war es nicht so toll. Ich hatte das Gefühl, dass man dort nicht so recht wusste, was man mit mir anfangen sollte, und die Leute waren auch nicht so organisiert wie am Stephansplatz. Meine Betreuerin sagte mir z.B. am ersten Tag, sie würde mich anrufen, um etwas für die nächsten Tage zu besprechen, tat das aber nie.
Ein andermal erhielt ich den Auftrag, mit einem Kind zu lernen. Dieses Kind kam einfach nicht und niemand half mir, es zu finden und zu holen.
Das Gleiche wiederholte sich, als ich mit Kindern spielen sollte.
In meine Beurteilung, die ich in der Schule abgeben muss, wurden dann z.T. nicht so tolle Noten geschrieben. Das hat mich sehr geärgert, denn für den Tag bei den Obdachlosen hatte ich mich zu Hause überhaupt nicht vorbereitet und bekam lauter Einser. Für das Haus Daria habe ich zu Hause mit meiner Schwester, einer BAfEP-Schülerin, extra Spiele für die Flüchtlingskinder vorbereitet. Dass die Kinder dann nicht daher kamen und sich niemand darum kümmerte, sie zu holen, war ja nicht meine Schuld.
Das Haus Daria sieht außen und innen herabgekommen aus. Dafür kann niemand und das lässt sich nicht so einfach ändern, aber dass die Spielsachen, die ich stundenlang sortieren musste, nicht nur vielfach kaputt, sondern auch furchtbar dreckig waren, wäre nicht notwendig.
Dreck hatte ich mir eigentlich bei den Obdachlosen erwartet, aber dort war es sauber.
Alles in allem empfehle ich die Caritas als Praktikumsplatz sehr gerne weiter. Wenn ihr die Sache ernst nehmt, einen ordentlichen Lebenslauf und ein gutes Motivationsschreiben verfasst, werdet ihr wahrscheinlich genommen, und wenn ihr Euch an Eurem Einsatzort voll engagiert, behandeln Euch alle freundlich und gut.
Anna